ARMS: JoJo Balboa-Spaß bei Nintendo

Neben Splatoon 2 und Mario Kart 8 Deluxe schickt Big N nun ein weiteres Spiel in den Multiplayer-Ring. Doch ob es ein Leicht- oder doch ein Schwergewicht ist, muss sich jetzt zeigen.

Erstmals vorgestellt wurde ARMS auf der Nintendo Switch-Präsentation im Januar. Was zuerst auffiel war, dass das Spiel Motion Controls unterstützt. Daraufhin machte sich dann schnell Angst um fehlenden Tiefgang breit, doch als Nintendo dann sagte, dass auch herkömmliche Steuerungsmethoden unterstützt werden, waren die Fans erstmal mehr beruhigt. Als sich sich dann auch noch zeigte, dass es auch mit Motion Controls genug Tiefgang und alles andere als ein Wii Sports-Casual-Gekloppe ist, stellte sich dann immer mehr Vorfreude ein.

Nach einigen Tagen mit dem Spiel kann auch ich bestätigen, dass es alles andere als für Casuals ist. Klar, die Steuerung ist wahnsinnig intuitiv, aber sobald man den Ranked-Modus freischalten möchte, beißt man sich erstmals die Zähne aus. Denn dafür muss man den Singleplayer-Modus, genannt Grand Prix, auf Schwierigkeitsstufe 4 durchspielen und dieses Unterfangen ist definitiv nicht leicht. Im Gegenteil, denn grade bei den letzten Runden gabs für mich oftmals auf die Glocke.

Doch nach einigen Versuchen, kleineren Wutausbrüchen und männlichen Tränen war es dann endlich soweit: Der Boss wurde umgeboxt und der neue Modus gehörte mir. Leider zeigte sich dort dann vor allem, dass ich noch sehr viel trainieren muss, wenn ich nicht mit zwei blauen Augen aus jedem Kampf gehen möchte. Denn wie bereits gesagt, das Spiel bietet enormen taktischen Tiefgang. Wer hofft mit planlosen Herumgefuchtel den Gegner zur Strecke zu bringen, liegt sowas von falsch. Man muss abwarten, die richtige Distanz zum Kontrahenten wahren und dann reaktionsschnell im richtigen Moment einen gezielten Schlag absetzen. Außerdem muss man auch abwägen, wann man blockt und wann man lieber ausweicht oder ob man die Zeit hat die Fäuste für eine verheerende Attacke aufzuladen.

Für zusätzlichen Tiefgang sorgt auch die große Auswahl der titelgebenden “ARMS”, die man den Charakteren ausrüsten kann. Manche besitzen spezielle Effekte, wie etwa ein kurzes Einfrieren, andere wiederum sind perfekt für große Distanzen. Vor jeder Runde kann man man zwei Stück auswählen, eine für den linken Arm, eine für den rechten. Das will gut überlegt sein, denn geht man mit einer falschen Taktik in den Ring, wird ein Sieg unwahrscheinlich.

Easy to learn, hard to master – das gilt also, wie so oft bei Nintendo, auch bei diesem Spiel. Nach einigen Stunden kommt man immer besser rein und der Spaß wird größer und größer. Hilfreich ist dabei, dass das Spiel extrem gepolished ist und auch keinerlei Bugs aufweist. Auch der Online-Modus funktioniert meist reibungslos und besser als bei vielen anderen Titeln zum Start.

Auch beim Artstyle kann der Titel voll und ganz überzeugen. Jeder Charakter ist einzigartig und hat Charme. Kein Wunder also, dass man am liebsten gern jeden mal ausprobieren würde. Nur bei einem Punkt kann ARMS (noch) nicht so ganz überzeugen und zwar beim Content. Für Einzelspieler gibt es lediglich den Grand Prix, der aber im Gegensatz zu Titeln wie Injustice oder Tekken kaum Story bietet und recht schnell vorbei ist. Ansonsten gibt es noch einen lokalen Versus-Modus, sowie eben das Online-Getümmel. Da wäre etwas mehr lobenswert gewesen. Auch die Charakterauswahl ist recht überschaubar, aber Nintendo versprach bereits, dass man neue Charaktere in Zukunft bringen wird und das sogar kostenlos.

Lohnt sich ARMS also? Meiner Meinung nach ja! Das Gameplay macht einfach so extrem viel Laune, dass man den geringen Umfang verschmerzen kann. Wer aber unschlüssig ist, kann auch einfach noch ein paar Monate warten, denn dann gibt es bereits einiges an neuem Content, wie eben Charaktere und Stages. Früher oder später sollte aber jeder Switchbesitzer ein Exemplar zu Hause haben.

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