GLOW: Kann Netflix auch Frauenwrestling?

US-Gigant Netflix haut ja gefühlt wöchentlich eine neue Serie raus, die auch meistens als Must-See deklariert und von einer Marketingmaschinerie unterstützt wird, die dafür sorgt, dass selbst Einsiedler Wind davon bekommen. So auch diesmal mit GLOW, einer Serie um Frauen, die ins umkämpfte Wrestlingbusiness einsteigen wollen. Hat Neflix auch diesmal Erfolg oder landen die Mädels auf den Brettern?

Die Serie entführt euch in die 80er Jahre, die mit viel Liebe zum Detail wunderbar nachgestellt wurden. Bereits nach wenigen Minuten fühlt man sich als wäre man in der Zeit gelandet und fragt sich doch glatt, ob man sich nicht auch so eine schicke Frisur besorgen sollte. Vom Sound bis hin zu kleinen Requisiten; GLOW atmet 80er.

Die Geschichte dreht sich um Ruth, die von niemand geringerem als Alison Brie gespielt wird. Ruth ist eine erfolglose Schauspielerin, die weder Geld, noch besonders viele Freunde hat. Dazu kommt auch noch, dass sie eine Affäre mit dem Mannes ihrer besten Freundin eingegangen ist. Genau in dieses deprimierende Dasein kommt eine Einladung zu einem Casting geflattert. Anfangs geht die Dame von einem gewöhnlichen Casting für einen Film aus, muss jedoch früh feststellen, dass es um Wrestling geht.

Natürlich ist Ruth dem erstmal eher abgeneigt, aber wenn man halt einen Job braucht, muss man halt auch mal in den sauren Apfel beissen. Nach kurzer Zeit gewinnt sie auch Gefallen daran mit einem ambitionierten Filmregisseur, eine Frauenliga aufzubauen. Hilfreich erweist sich auch tatsächlich ihre Schauspielausbildung, die ihrem Wrestling-Ego mehr Tiefe verleiht. Doch das ist erst der Beginn für eine großartige Geschichte, die sich genau zwischen Humor und ernsten Tönen bewegt.

Dass dies so gut funktioniert, liegt aber vor allem an den Darstellern. Alison Brie wurde ja bereits erwähnt und diese macht ihren Job so gut, wie man es erwartet hätte – und grade mit ihrer Ring-Persona hat sie einige Lacher auf ihrer Seite. Der überraschende Star im Ring ist aber Betty Gilpin, die Ruths gehörnte Freundin spielt. Gilpin tut dies mit solch einer Authenzität und auch richtigem Timing für komödiantische Momente, dass die Emmy-Nominierung eigentlich sicher sein dürfte.

Doch auch der Rest des Ensembles, allen voran Marc Maron als leicht schmieriger Regisseur, macht einen tollen Job. Dies führte dazu, dass ich – obwohl ich zugegebenermaßen kein riesiger Fan des Sports bin- alle zehn Folgen innerhalb von grade einmal zwei Tagen durchgesuchtet habe. Es ist vielleicht kein tiefgründiges Meisterwerk, aber GLOW macht einfach Spaß. Punkt.

 

 

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