Castlevania: Endlich eine gute Spieleverfilmung?

Letzte Woche widmete ich mich Netflix’ Glow, diesmal ist ein weiterer Neustart an der Reihe: Castlevania. Unter Führung von Warren Ellis, sowie Adi Shankar und keinem geringeren als Richard Armitage als Trevor Belmont will Netflix zeigen, dass auch gute Adaptionen von erfolgreichen Videospielen möglich sind. Doch gelingt das auch?

Schaut man sich die Episodenliste an, fällt gleich eine Besonderheit auf: es gibt lediglich vier Episoden. Diese sind auch keineswegs in Sherlock-Länge, sondern grade einmal 25 Minuten. Nun gut, Qualität statt Quantität sage ich ja immer. Wohl auch durch die recht kurze Länge bedingt, geht es ohne größere Umschweife los. Anfangs trifft eine junge Frau in einem dunklen Schloss ein, in dem niemand Geringeres als Dracula höchstselbst wohnt.

Statt sie allerdings kaltblütig umzubringen, gewinnt die wissensdurstige Dame das Interesse des Obervampirs. Recht fix geht es dann auch weiter mit einer weniger hübschen Szene, in der sie 20 Jahre später , der Hexerein angeklagt, auf dem Scheiterhaufen endet. Als Dracua davon Wind bekommt, ist es auch vorbei mit dem sanftmütigen Vampir und kurzerhand richtet er sein komplettes Interesse darauf, das Dorf dem Erdboden gleichzumachen.

Doch zum Glück der Dorfbewohner findet sich ein junger Mann im Dorf wieder: Trevor Belmont, seines Zeichens jüngster Spross der legendären Spiele-Vampirkiller-Dynastie. Aufgrund der recht kurzen Dauer bleiben einige Charaktere leider noch recht blass, aber Richard Armitage schafft es von der ersten Sekunde an seinem Trevor Leben einzuhauchen und man kann nicht anders, als den Vampirjäger anzufeuern.

Ein weiterer Pluspunkt ist das allgemeine Feeling, das einen sofort an gute Zeiten mit dem NES zurückerinnert. Von schwankender Qualität ist allerdings die Animation. Teils verdammt stark, teils aber auch etwas unbeholfen. Es wird aber nie schlecht, da sorgt die Netflixsche Qualitätskontrolle schon dafür. Auch die Dialoge sind nicht immer auf dem absolut höchsten Niveau, fallen aber niemals auf Fremdschäm-Niveau.

Castlevania ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits überzeugt es voll und ganz als Adaption des Klassikers, andererseits fühlt es sich aber weniger wie eine Staffel als eine Pilotfolge an. Zum Glück hat Netflix bereits bekanntgegeben, dass die zweite Staffel mit der doppelten Anzahl Folgen daherkommen wird. Das sorgt definitiv für Vorfreude bei mir, denn das zeigt, dass der Sender Vertrauen in die Marke hat und auch jetzt schon gehört die Serie zu den besseren Spiele-Adaptionen. Eine starke Nachfolgestaffel könnte sie allerdings vielleicht sogar zu der besten Verfilmung machen. Zugegeben, das ist nicht sonderlich schwer – aber mit einem negativen Satz will ich den Artikel nicht abschließen, daher nun der wirklich letzte Satz: Schaut es euch an, es macht trotz einigen Schwächen wirklich Laune.

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